Stadtteilspaziergang 2020 – Zusammen gegen Krieg und Ausbeutung!

Mit dem Angriffskrieg der Nato gegen Jugoslawien 1999 beteiligte sich die BRD zum ersten Mal seit 1945 direkt an militärischen Handlungen. Seitdem finden die immer häufiger militärisch geführten internationalen Konflikte auch zunehmend unter deutscher Beteiligung statt. Gerade in Zeiten von Krisen wird dabei der Krieg zum Mittel der Wahl, um eigene Interessen durchzusetzen und die eigene Vormachtstellung zu halten oder zu vergrößern. Ganze Regionen werden länderübergreifend mit Krieg überzogen und verwandeln sich zu stetig wachsenden Krisenherden. Sei es im Kosovo, in Afghanistan oder in Syrien – um nur einige wenige Beispiele nennen -, überall werden meist humanistisch anmutende oder demokratische Motive genannt, warum eine sogenannte Militärintervention notwendig geworden sei: Sei es die Unterstützung der Demokratiebewegung vor Ort oder die Bekämpfung eines barbarischen Diktators.

Im Hinblick auf die reale Situation verkommen die edel anmutenden Motive zur Farce. Hintergrund der Konflikte sind Nationen – allen voran die USA – und Kriegsbündnisse wie die NATO, die die Welt nach ihrem Willen und ihren Spielregeln gestalten wollen und gegen all diejenigen vorgehen, die ihren Interessen entgegen stehen – und das ohne Rücksicht auf die dort ansässige Bevölkerung. Oft wird auch auf dort ansässige Milizen zurückgegriffen, die finanziert und mit Waffen versorgt werden und so zur Eskalation des hiesigen Konflikts zu Stellvertreterkriegen entwickeln, die mit unvorstellbarer Brutalität gegen Mensch und Umwelt geführt werden. In Folge dessen kommt es zu einem sich vervielfachenden Elend, welches von den ursprünglichen Krisengebieten bis zu den Toren der Festung Europa reicht. Die Zerstörung der vorhandenen Infrastruktur wird billigend in Kauf genommen bzw. bewusst vorangetrieben und die Menschen, welche ihrer Lebensgrundlage beraubt vor dem Krieg fliehen, ihrem Schicksal überlassen.

Dies macht deutlich, dass der beispielsweise von der EU vor sich her getragene Humanismus lediglich zur Legitimation der kriegerischen Aggression dient und von den wirtschaftlichen und geopolitischen Interessen ablenken soll. Diese zielen darauf ab, für das eigene Kapital stets die besten Verwertungsmöglichkeiten herzustellen und die Profite der „eigenen“ Unternehmen zu gewährleisten und auszubauen. Sei es durch die „Sicherung“ von Ressourcen wie Öl und Gas, deren Verfügbarkeit für die heimische Wirtschaft unabdingbar ist, die Kontrolle der für den Export von Waren wichtigen Handelsrouten oder die Dominanz von Märkten, um den Absatz von exportierten Produkten zu gewährleisten. Um die beste Ausgangsposition im internationalen Konkurrenzkampf zu erreichen, gibt es keine Tabus, kein Mittel vor dem Halt gemacht wird. Ethnische Säuberungen wie in Syrien durch Erdogans Milizen werden schweigend in Kauf genommen und Geflüchtete zu einem Druckmittel im internationalen Pokerspiel der Herrschenden. Demokratische und fortschrittliche Prozesse der lokalen Bevölkerung werden wie im Beispiel Syrien nur so lange unterstützt, wie sie den eigenen Interessen dienen. Während die Staatenlenker ihre Armeen und Milizen auf dem Schachbrett der internationalen Politik verschieben, wird der Wille der Menschen, die die Lasten des Krieges (er)tragen ignoriert oder bekämpft. Diese Logik, welche den Profit über Menschenleben setzt, wird in aller Schärfe deutlich und der Klassencharakter der kapitalistischen Kriege, unter denen der Großteil der Bevölkerung leider, einige wenige aber profitieren, tritt deutlich hervor.

Für eine solidarische Gesellschaft – statt einer Profitwirtschaft!

Solange das vorherrschende Wirtschaftssystem darauf ausgelegt ist Profite zu schaffen, werden BRD und EU, sowie jede andere Nation, darauf hinwirken die besten Bedingungen für die heimische Wirtschaft zu erringen. Und dies auch mit militärischen Mitteln.

Ausbeutung, Unterdrückung und Krieg sind also keine Naturgesetze. Sie sind die Konsequenz der kapitalistischen Produktionsweise.
Deshalb ist für uns die Forderung nach einer Wirtschaftsweise, welche sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert und nicht auf die Profite einiger weniger ausgerichtet ist, sowie jeder kriegerischen Aggression eine klare Absage erteilt, zentral.

Dabei liegt es an jedem und jeder von uns diese Forderung und Perspektive einer Gesellschaft ohne Krieg, Ausbeutung und Unterdrückung real werden zu lassen. Es gilt im Kleinen zu beginnen und gemeinsam zu handeln und eine solidarische und antifaschistische Gesellschaft von unten aufzubauen, in der Konkurrenz, Rassismus, das Patriarchat, Kriege und letztlich auch der Kapitalismus der Vergangenheit angehören. Dabei gilt es konkrete Ansatzpunkte wie Solidarität und Kollektivität aufzubauen und erlebbar zu machen, egal ob in der Nachbarschaft, in der Schule, im Betrieb, der Familie oder den anderen Plätzen des alltäglichen Lebens.

Um auch im Stuttgart-Ost gegen Krieg aktiv zu werden, wird es in diesem Jahr rund um den 1. September, dem Antikriegstag, Aktionen gegen Krieg und für eine solidarische Gesellschaft geben. Der 1. September erinnert an den Ausbruch des 2. Weltkriegs und an die Gräuel von Krieg und Faschismus. Seit Jahrzehnten wird an diesem Tag Protest auf die Straße getragen und wie kein anderer für die nach wir vor aktuelle Losung steht: Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!

Verleihen auch wir dieser Losung unsere Kraft und gehen gemeinsam am 1. September wie an jedem anderen Tag zusammen auf die Straße:

Gegen Krieg, Ausbeutung und Unterdrückung! Und für eine solidarische Gesellschaft!


Auf unserer Themenseite findet ihr unser Positionspapier zur aktuellen Situation, weitergehende Informationen zum Stadtteilspaziergang, Vorträge und alles rund um den 1. Mai:

https://zkstuttgart.wordpress.com/solidarisches-miteinander



Zusammen Kämpfen Stuttgart
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