Stadtteilspaziergang 2020 – Schritt für Schritt-Viertel für Viertel: antifaschistisch, internationalistisch, antipatriarchal

Für ein solidarisches Miteinander!
Kapitalismus abschaffen – für eine Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung!

Bei den vergangenen Stationen haben wir uns exemplarisch mit vier verschiedenen Themenfeldern auseinandergesetzt, die die aktuellen herrschenden Verhältnisse darlegen. Sei es die Rechtsentwicklung, die zunehmende Kriegsgefahr, Gentrifizierung oder die systematische Unterdrückung der Frau – es sind alles Beispiele für ein System, das auf Ausbeutung und Unterdrückung basiert.

Dabei wirken die aktuellen Entwicklungen rund um Corona wie ein Katalysator auf die sowieso schon bestehende Krise des kapitalistischen Systems und offenbaren in diesem Zug Widersprüche und Sollbruchstellen der aktuell herrschenden neoliberalen Logik deutlicher, als sie sonst hervortreten.
Denn weder ist es neu, dass es Krisen gibt, noch ist es neu, dass einige Wenige von den aktuellen Verhältnissen profitieren, während der Profit auf dem Rücken des Großteils der Bevölkerung erwirtschaftet wird.

Was können wir dagegen tun?

Doch alles schimpfen, wutgeladenes diskutieren oder sich mit den Begebenheiten abfinden, wird nichts an der Richtung ändern, in die die Reise aktuell geht. Auch blinder Aktionismus, widerständig anmutende Handlungen oder reine Analyse der Verhältnisse werden das System Kapitalismus nicht auf den Kopf stellen und die Verhältnisse zum Tanzen bringen. Vielmehr gilt es Prozesse einzuleiten, die die Basis bilden eine Gesellschaft so umzukrempeln, wie es notwendig wäre, wenn wir ein Leben jenseits der beschrieben Zustände und Verhältnisse leben wollen. Ein Prozess des solidarischen Handelns – ein Prozess, in dem wir denken und lernen – ein Prozess, der über die Kurzfristigkeit systemimmanenter und individueller Lösungsansätze hinausgeht. Abstrakt gesprochen geht es darum, tatsächliche Solidarität, die sich frei von kapitalistischen Herrschaftsverhältnissen konstituiert, in der Praxis zu entwickeln und zu erlernen. Konkrete Solidarität sich zu erarbeiten, die sich so weit wie möglich der Verwertungslogik entzieht, wie beispielsweise Nachbarschaftshilfe, ohne dass sie entgolten und so zu einer austauschbaren Ware wird. Ein Phänomen, das sich in Zeiten von Corona deutlich häufiger zeigt. Es geht darum, dass es sich nicht um das reine karitative Handeln einzelner Personen dreht, sondern dass sich diese Form der Solidarität aus dem Verständnis entwickelt, dass wir als lohnabhängige Klasse, alle – aufgrund der materiellen Begebenheiten oder den Produktionsverhältnissen – uns in der gleichen Situation befinden, die wir ohne das gemeinsame solidarische Handeln nicht lösen bzw. verändern können.
Was hier abstrakt aber vielleicht auch einfach klingt, ist in der Realität alles andere als dieses. Denn es bedarf dafür auf der einen Seite Organisationsformen und Infrastruktur, in denen ein solcher Prozess angestoßen und kontinuierlich geführt werden kann, auf der anderen Seite auch eine starke individuelle Reflektionsebene eines/r jeden Einzelnen.

Schritt für Schritt – Viertel für Viertel
Gemeinsam solidarisch handeln, denken und lernen – Kapitalismus abschaffen

Der Stadtteil und die sich darin befindende Stadtteilzentren können und müssen Ausgangspunkte solcher Prozesse sein. Egal, ob es die Einkaufshilfe für Ältere, Foodsharing, Volksküchen, Non-Profit Veranstaltungen, kostenloser Zugang zu Kultur oder ähnliches ist. Wenn sie mit dem richtigen Bewusstsein ins Leben gerufen werden, bieten sie viele Ansätze eine Form tatsächlicher (Klassen-)Solidarität zu erlernen und Kontinuität werden zu lassen. Gerade in Zeiten wie diesen, in denen der Kapitalismus deutlich offenbart, wem er wirklich nützt und wer die Verlierenden sein werden, sind solche Erfahrungen für uns als Klasse von unschätzbarem Wert. Darum fangen wir hier im Viertel an und organisieren unsere Form der Solidarität jenseits der Versprechungen von Staat und Kapital antipatriarchal, internationalistisch und antifaschistisch, anhand den Bedürfnissen und Interessen unserer Klasse.

Zusammen kämpfen: antifaschistisch – internationalistisch – antipatriarchal

Unser Ziel als Lohnabhängige muss es sein, die Räume die wir haben zu nutzen, um die Kämpfe zu verbinden. Uns über Erfolge und Misserfolge auszutauschen. Das kann beispielsweise ein internationalistischer Abend im Stadtteilzentrum sein, eine Aktion von Frauen aus dem Stadtteil oder eine antifaschistische Gedenkveranstaltung. Dabei gilt es, konkrete Ansatzpunkte wie Solidarität und Kollektivität aufzubauen und erlebbar zu machen, egal ob in der Nachbarschaft, in der Schule, im Betrieb, der Familie oder den anderen Plätzen des alltäglichen Lebens. Lasst uns im Kleinen beginnen, gemeinsam zu handeln und eine solidarische und antifaschistische Gesellschaft von unten aufbauen, in der Konkurrenz, Rassismus, Patriarchat und Kapitalismus der Vergangenheit angehören. Es liegt an uns diese Verhältnisse zu hinterfragen und umzuwerfen. Lasst uns gemeinsam eine solidarische Organisation der Gesellschaft und internationale Solidarität als Ziel formulieren und durch gemeinsames Handeln eine andere Welt möglich machen.

Zusammen kämpfen und lernen – Kapitalismus abschaffen – für eine Gesellschaft jenseits von Ausbeutung und Unterdrückung!


Auf unserer Themenseite findet ihr unser Positionspapier zur aktuellen Situation, weitergehende Informationen zum Stadtteilspaziergang, Vorträge und alles rund um den 1. Mai:

https://zkstuttgart.wordpress.com/solidarisches-miteinander



Zusammen Kämpfen Stuttgart
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