Stadtteilspaziergang 2020 – Einleitung

Weltweit verhungern Tag für Tag abertausende Menschen während es eine Überproduktion an Lebensmittel gibt, die einfach im Meer versenkt werden. In Kriegen, die Ausdruck von gegensätzlichen Interessen zwischen imperialistischen Mächten sind, um wirtschaftliche und strategische Interessen zu „verteidigen“, werden Tag für Tag Menschen getötet und die Kriege dann hämisch als Friedensmissionen bezeichnet. Und wenn die Menschen nicht dem Krieg zum Opfer fallen und flüchten können dann werden sie in Europa mit einer rassistischen Flüchtlingspolitik konfrontiert oder einfach im Meer zum sterben zurückgelassen.

Ausgangspunkt dessen ist der dem System innewohnenden Zwang immer weiter Profit zu erwirtschaften. Denn ohne Profit, ohne immer mehr Kapital zu erwirtschaften und zu reinvestieren, kommt das System – wie in der jetzigen Corona Krise zu sehen ist – an seine Grenzen und gerät ins Stocken. Dabei wird offensichtlich, dass das System, in dem wir leben, sich dabei nicht an den Bedürfnissen der Menschen orientiert, sondern an dem Profit der erwirtschaftet werden kann: Profit over People – der Profit steht über dem Menschen.

Und was hat das mit uns zu tun?

Diese Frage stellt sich der/die ein oder andere nicht ganz zu Unrecht. Denn all die oben kurz skizzierten Probleme scheinen doch weit weg zu sein und scheinen mit unserem Alltag nur kaum etwas zu tun zu haben.

Doch es ist oft nicht so wie es zu sein scheint, denn die Unterdrückungsverhältnisse wirken auch hier und sind oft konkret in unserem Alltag verankert.

Die kapitalistischen Verhältnisse – also die Ausbeutung und Unterdrückung des Großteils der Bevölkerung, die Verwertung von allen Dingen, aber auch Beziehungen, die damit verbundene Entfremdung von uns selbst und die Verwertungslogik – durchzieht sich durch alles und jeden. So eben auch in den Stadtteilen, in denen wir leben und arbeiten.

Um dies deutlich zu machen haben wir an 6 Stationen Plakate zu verschiedenen Themenfeldern aufgehängt, auf denen die aktuellen Verhältnisse dargestellt werden und einen möglichst konkreten Bezug zu jedem/jeder Einzelnen von uns hergestellt wird.
Dies werden wir exemplarisch an 4 Themen machen, die ihr an den kommenden Stationen finden werdet:

1) Militarisierung und Krieg
Weltweit wird aufgerüstet, es finden zunehmend Kriege statt und auch die Konflikte zwischen den Weltmächten verschärfen sich. Mehr als genügend Gründe sich damit auseinanderzusetzen.

2) Rechte Hetze
Die Wahlerfolge der AfD, das Aufkommen neuer rechter Strukturen und die generelle Verschärfungen zeigen auf, dass es nach wie vor notwendig ist antifaschistisch aktiv zu sein oder es zu werden.

3) Gentrifizierung – die Vertreibung alter MieterInnen durch zahlungskräftigeres Klientel
Jeder und jede, der/die in Stuttgart schon mal eine Wohnung gesucht hat, kennt das Problem der horrenden Mieten. Wohnraum wird zum Spekulationsobjekt.

4) Die systematische Unterdrückung der Frau
Auch wenn es etwas altbacken klingt: Frauen werden auch heute noch unterdrückt. Häusliche Gewalt, Femizide, aber auch die systematische Benachteiligung in der Arbeit durch niedrigere Löhne sind nach wie vor Alltag. Der Grund liegt im Patriarchat – mehr dazu und was wir dagegen tun können, bei dieser Station.

Am Ende gibt es dann einen zusammenführenden Teil, der auch eine Perspektive jenseits all dieser Probleme aufmacht.

Wie funktioniert das Ganze?

Ihr könnt die einzelnen Stationen dieses Stadtteilspaziergangs der Reihe nach oder auch durcheinander ablaufen – die einzelnen Teile bauen nicht aufeinander auf. Wir haben versucht die Routen so zu wählen, dass sie in keinen Gewaltmarsch ausarten und gleichzeitig auch noch gut abzulaufen sind. Daher haben wir ein paar Abstriche bei der Auswahl der Orte gemacht, so dass diese oft nur wenig oder keinen konkreten Bezug zum jeweiligen Thema haben.

Sowohl die Plakate, als auch weiterführende Materialien – wie bspw. Vorträge – findet ihr auf unserer Website, zu der ihr auch über den angehängten QR Code kommt.

Wenn ihr Anmerkungen oder Kritik habt, dann schreibt uns bitte an. Wir freuen uns über eure Rückmeldungen.


Auf unserer Themenseite findet ihr unser Positionspapier zur aktuellen Situation, weitergehende Informationen zum Stadtteilspaziergang, Vorträge und alles rund um den 1. Mai:

https://zkstuttgart.wordpress.com/solidarisches-miteinander


Zusammen Kämpfen Stuttgart
https://zkstuttgart.wordpress.com